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Definition

Ein Pentagramm ist ein fünfzackiger Stern, der in einem einzigen durchgehenden Linienzug gezeichnet wird und dabei ein verschlungenes Sternpolygon bildet. Es taucht in mehreren religiösen und magischen Traditionen auf — im Pythagoreanismus, Hermeticism, Wicca und im mittelalterlichen Christentum — und wurde sowohl als Schutzsymbol als auch als kosmologisches Diagramm verwendet, das die fünf klassischen Elemente darstellt.

Ausführliche Erklärung

Jede der fünf Zacken des Pentagramms entspricht einem der klassischen Elemente: Erde, Luft, Feuer, Wasser und Geist (oder Äther). In Wicca steht das aufrechte Pentagramm — Spitze nach oben — dafür, dass der Geist über den vier materiellen Elementen steht; es findet sich auf Altären, Ritualobjekten und dem Pentakel, also einem in einen Kreis eingeschriebenen Pentagramm. Im Hermeticism wird das Symbol auf den menschlichen Körper übertragen: Die fünf Punkte entsprechen Kopf, beiden Händen und beiden Füßen — eine Verbindung, die Denker der Renaissance mit dem Vitruvianischen Ideal menschlicher Proportionen in Zusammenhang brachten. Umgekehrte Pentagramme, Spitze nach unten, haben je nach Tradition eine andere Bedeutung: In manchen Systemen der Zeremonialmagie steht diese Ausrichtung für einen Abstieg in die Materie. In der Populärkultur wurden sie vor allem durch den französischen Okkultisten Éliphas Lévi des 19. Jahrhunderts mit dem Satanismus verbunden, der in seinem Werk von 1854 erstmals zwischen den beiden Ausrichtungen unterschied.

Geschichte & Ursprünge

Das Wort stammt aus dem Griechischen: *pente* (fünf) und *gramma* (Buchstabe oder Linie). Die ältesten bekannten Pentagramme finden sich auf mesopotamischer Keramik aus etwa 3500 v. Chr., wo das Symbol in der sumerischen und akkadischen Schrift „Region“ oder „Himmelsecke“ bedeutete. Im antiken Griechenland übernahmen die Pythagoreer es als Symbol der Gesundheit und nutzten es als Erkennungszeichen unter den Mitgliedern ihrer Schule — das ist in Quellen belegt, die bis ins 5. Jahrhundert v. Chr. zurückreichen. Frühe Christen deuteten es als die fünf Wunden Christi, und es erschien in der mittelalterlichen Kirchenarchitektur ohne jede negative Konnotation. Den dunkleren Ruf erwarb das Symbol erst im 19. Jahrhundert, nachdem Lévis Schriften die Idee einführten, dass die Ausrichtung darüber entscheide, ob ein Pentagramm schützend oder unheilbringend sei.

Praktische Tipps

Wer praktisch mit dem Pentagramm arbeiten möchte, fängt am besten mit seiner Elementstruktur an. Zeichne eines und beschrifte jede Zacke — Geist oben, dann Erde, Luft, Feuer, Wasser im Uhrzeigersinn oder dagegen, je nach der Tradition, der du folgst (in der Wicca-Praxis geht man für Bannung typischerweise gegen den Uhrzeigersinn, für Beschwörung mit dem Uhrzeigersinn). Scott Cunninghams *Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner* erklärt das klar und ohne unnötige Verkomplizierung. Für die historische und esoterische Seite ist Lévis *Transcendental Magic* die Hauptquelle zur Frage der Ausrichtung — das Buch ist dicht, aber in der Übersetzung gut lesbar. Ein Pentagramm als Schutzamulett zu tragen oder zu zeichnen ist in der zeitgenössischen Wicca-Praxis und in der Volksmagie weit verbreitet; die dahinterstehende Absicht zählt dabei mehr als das Material.