Hexagramm
Symbole & AmuletteDefinition
Ein Hexagramm ist ein sechszackiger Stern, der aus zwei sich überlappenden gleichseitigen Dreiecken besteht. Es taucht in mehreren religiösen und kulturellen Traditionen auf — am bekanntesten als Davidstern im Judentum, aber auch in Hinduism, Islam und westlichem Okkultismus — und steht symbolisch für die Vereinigung von Gegensätzen, göttlichen Schutz und kosmische Ordnung.
Ausführliche Erklärung
Die symbolische Logik des Hexagramms ergibt sich direkt aus seiner Geometrie: Ein Dreieck zeigt nach oben, eines nach unten, und zusammen stellen sie entgegengesetzte Kräfte im Gleichgewicht dar. In Kabbalah ordnet sich das Hexagramm den Sephirot des Lebensbaums zu — besonders der zentralen Sphäre Tiferet — und gilt als Herzstück der göttlichen Struktur. In Hinduism erscheint dieselbe Form als *Shatkona*, wobei das aufwärts weisende Dreieck Shiva (männlich, Feuer) und das abwärts weisende Shakti (weiblich, Wasser) darstellt. In Hermeticism codiert das Hexagramm das Axiom „wie oben, so unten“ — das obere Dreieck steht für den Himmel, das untere für die Erde. Wicca und der westliche Okkultismus im Allgemeinen verwenden es in rituellen Zusammenhängen als Zeichen für elementares Gleichgewicht und magischen Schutz, oft zusammen mit dem Pentagramm.
Geschichte & Ursprünge
Das Wort „Hexagramm“ stammt aus dem Griechischen *hexagrammon* — *hex* bedeutet „sechs“, *gramma* bedeutet „Linie“ oder „Buchstabe“. Die Form selbst ist älter als ihre bekannteste Verbindung mit dem Judentum. Sie taucht in der hinduistischen Tempelarchitektur bereits im ersten Jahrtausend n. Chr. auf und findet sich in der islamischen geometrischen Kunst des Mittelalters. Im jüdischen Kontext wurde das Hexagramm als Davidstern (*Magen David*) im mittelalterlichen Mitteleuropa zunehmend bekannt, zum offiziellen jüdischen Symbol wurde es aber erst im 17. Jahrhundert in Prag, als es die dortige jüdische Gemeinde als ihr Emblem übernahm. In die israelische Flagge wurde es 1948 aufgenommen.
Praktische Tipps
Wer das Hexagramm als Schutzsymbol für sich nutzen möchte, trägt es am einfachsten als Schmuck — es ist eines der wenigen Symbole, das in mehreren Traditionen verankert ist, ohne ausschließlich zu einer zu gehören. Für die Kabbalah-Perspektive lohnt sich Dion Fortunes *The Mystical Qabalah* (1935), das den Zusammenhang mit dem Lebensbaum ausführlich behandelt. Wer sich dem Thema von der hinduistischen Seite nähert, sollte den *Shatkona* im Kontext der Yantra-Praxis betrachten — das Sri Yantra enthält verwandte Geometrie. Für den rituellen Einsatz im westlichen Okkultismus beschreibt Israel Regardies *The Golden Dawn* die Hexagramm-Rituale im Detail, einschließlich des Kleinen und Großen Hexagramm-Rituals.
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