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Definition

Laying On of Hands: eine Heil- und Ritualpraxis, bei der eine praktizierende Person die Hände auf oder nahe am Körper einer anderen Person platziert, mit der Absicht, Heilung, Segen oder göttliche Gnade zu übertragen. Die Praxis findet sich in den meisten großen Religionstraditionen und gilt als struktureller Vorläufer moderner Energieheilmethoden wie Reiki, Therapeutic Touch und Healing Touch.

Ausführliche Erklärung

Laying on of Hands gehört zu den am weitesten verbreiteten rituellen Heilformen überhaupt. Dieselbe körperliche Grundstruktur — Hände auf oder nahe am Körper, Aufmerksamkeit auf Heilung oder Segen gerichtet — taucht in der christlichen Sakramentenpraxis auf, im jüdischen *smicha* (der rabbinischen Ordination), in Reiki und anderen japanisch geprägten Methoden sowie in zahlreichen indigenen Heilsystemen. Auch instinktive Berührungsformen wie die Hand einer Mutter auf dem verletzten Kind oder die Hand einer Freundin auf der trauernden Schulter folgen demselben physiologischen Mechanismus — ganz ohne religiösen Rahmen. Moderne formalisierte Systeme sind Reiki (Mikao Usui, Japan, 1922), Therapeutic Touch (Dolores Krieger und Dora Kunz, USA, 1972) und Healing Touch (Janet Mentgen, USA, 1989) — alle im Umfeld der Pflegeberufe entstanden oder eng damit verbunden. Klinische Studien zu Therapeutic Touch und Healing Touch zeigen moderate Effekte auf Schmerzwahrnehmung, Angst und subjektives Wohlbefinden (Coakley & Barron, *Holistic Nursing Practice*, 2012). Die *JAMA*-Studie von 1998, durchgeführt von der damals neunjährigen Emily Rosa, ergab, dass Praktizierende die Hand einer Forscherin nicht mit überzufälliger Trefferquote erspüren konnten — was die spezifische Behauptung eines wahrnehmbaren „Energiefeldes“ in Frage stellt, den allgemeinen Effekt unterstützender Berührung aber unberührt lässt.

Geschichte & Ursprünge

Laying on of Hands ist in den frühesten religiösen Heiltexten belegt. In der hebräischen Schrift beschreibt *smicha* — das Auflegen der Hände zur Übertragung von Autorität oder Segen — in *Numeri 27:18-23* (Texttradition 13.–6. Jahrhundert v. Chr.) sowie als priesterlichen Segen in *Levitikus 1:4*. Die christlichen Evangelien berichten von Heilungen Jesu durch Berührung (Markus 1:41, Lukas 4:40 u. a., ca. 70–90 n. Chr.); die Praxis lebt in katholischen und orthodoxen Sakramenten wie Ordination und Krankensalbung bis heute fort. Die sogenannte „Königsberührung“ zur Behandlung von Skrofulose wurde von englischen und französischen Königen mindestens seit dem 11. Jahrhundert (Eduard dem Bekenner) bis 1825 (Karl X. von Frankreich) praktiziert. Moderne Energieheilmethoden gehen auf Mikao Usuis Reiki-System (Japan, 1922) zurück, gefolgt von Dolores Krieger und Dora Kunz' Therapeutic Touch (NYU School of Nursing, 1972) und Janet Mentgens Healing Touch (Colorado, 1989). Das Healing Touch Program wurde 1993 von der American Holistic Nurses Association anerkannt.

Praktische Tipps

Wer die Praxis ernsthaft erlernen möchte, wählt am besten eine strukturierte Methode: Reiki Level 1 (Wochenend-Workshops bei Lehrenden der Usui Shiki Ryoho- oder Holy Fire-Linie; das International Center for Reiki Training führt ein Lehrenden-Verzeichnis), Therapeutic Touch (Lehrende mit Dolores-Krieger-Ausbildung über die Therapeutic Touch International Association) oder Healing Touch (Healing Touch Program, zertifiziert durch die Healing Touch Worldwide Foundation). Der belegte Effekt unterstützender Berührung — unabhängig von spezifischen Energieannahmen — ist auch ohne Ausbildung zugänglich: Hände sanft auf oder nahe der betreffenden Stelle, fünf bis zehn Minuten ruhige Aufmerksamkeit, Reaktion der Person beobachten. Janet Mentgens *Healing Touch: A Guidebook for Practitioners* (2014) ist die klinische Standardreferenz aus dem Pflegebereich; Frans Stiene's *The Inner Heart of Reiki* (2015) behandelt den japanischen Traditionsrahmen zusammen mit praktischer Anleitung.