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Definition

Intensive Episoden aus Angst, Schreien und körperlicher Unruhe, die im Tiefschlaf (Non-REM-Schlaf) auftreten und sich grundlegend von Albträumen unterscheiden: Der oder die Schlafende ist nicht wirklich wach, erinnert sich kaum an die Episode und lässt sich weder leicht aufwecken noch beruhigen.

Ausführliche Erklärung

Night Terrors — auf Deutsch auch Schlafterror oder *Pavor nocturnus* — sind keine Albträume, auch wenn sie von außen so aussehen. Albträume passieren im REM-Schlaf und werden morgens als schlechte Träume erinnert. Night Terrors entstehen dagegen beim Übergang aus dem Tiefschlaf (Schlafstadium 3), meist im ersten Nachtdrittel, und lösen heftige körperliche Reaktionen aus: aufschrecken, schreien, um sich schlagen, manchmal auch Schlafwandeln — während die Person dabei schläft und sich danach an nichts erinnert. Bei Kindern zwischen drei und zwölf Jahren kommen sie am häufigsten vor, mit einer Häufigkeit von etwa ein bis sechs Prozent, und verschwinden meistens von selbst bis zur Pubertät. Bei Erwachsenen sind sie seltener (rund zwei Prozent) und hängen oft mit Stress, Schlafmangel, Fieber, Alkohol, bestimmten Medikamenten — vor allem SSRIs und Beruhigungsmitteln — oder unbehandelter Schlafapnoe zusammen. Fast immer ist die Episode für die Umstehenden belastender als für die Person, die sie erlebt.

Geschichte & Ursprünge

Beschreibungen intensiver nächtlicher Angstepisoden tauchen schon in der vormodernen Medizin auf — hippokratische Texte aus dem 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. erwähnen sie, und Ärzte der Renaissance behandelten sie unter dem Begriff *incubus*. Die erste systematische klinische Abgrenzung von gewöhnlichen Albträumen kam im 19. Jahrhundert: Der französische Arzt Émile Brillon beschrieb *terreurs nocturnes* bei Kindern in den 1880er Jahren. Der Psychoanalytiker Ernest Jones stellte in *On the Nightmare* (1931) einen kulturellen Zusammenhang mit Inkubus- und Sukkubus-Legenden her. Die moderne Klassifikation geht auf die Entwicklung des Schlafstadien-EEG in den 1950er und 1960er Jahren zurück, als Roffwarg, Muzio und Dement sowie später Anthony Kales das spezifische Non-REM-Erregungsmuster identifizierten, das Night Terrors von REM-Albträumen unterscheidet. Formal kodifiziert wurde die Störung in der *International Classification of Sleep Disorders* (ICSD-1, 1990).

Praktische Tipps

Bei Kindern hilft vor allem ein gleichmäßiger Schlafrhythmus, weniger Reize am Abend und ausreichend Schlaf — Übermüdung ist der häufigste Auslöser. Während einer Episode das Kind nicht aufwecken; einfach daneben bleiben und dafür sorgen, dass es sich nicht verletzt. Wenn die Episoden immer zur gleichen Zeit auftreten, gibt es eine klinisch gestützte Methode: das Kind 15 bis 30 Minuten vor dem üblichen Zeitpunkt sanft wecken, eine bis zwei Wochen lang. Bei Erwachsenen zuerst Schlafhygiene und Stress angehen — und bei wöchentlichen Episoden oder solchen, die länger als ein paar Monate andauern, eine Schlafspezialistin oder einen Schlafspezialisten aufsuchen, um eine Schlafapnoe auszuschließen. Mark Pressmans *Automatic Behavior in Sleep* und die Ressourcen der American Academy of Sleep Medicine sind verlässliche Anlaufstellen.