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Definition

Chakra Balancing bezeichnet die Praxis, die sieben Hauptenergiezentren des feinstofflichen Körpers — vom Wurzel- bis zum Kronenchakra — wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dazu werden Methoden aus der hinduistischen Tantra-Tradition eingesetzt: Atemübungen, Meditation, Klang, Yoga und Kristallentsprechungen. Ziel ist es, Zentren anzusprechen, die überaktiv, unteraktiv oder blockiert sind.

Ausführliche Erklärung

Im hinduistischen Tantra und im weiteren yogischen Rahmen hat jedes der sieben Chakren spezifische physiologische und psychologische Funktionen: *Muladhara* (Wurzel) verankert die Überlebensinstinkte, *Svadhisthana* (Sakral) steht für Kreativität und Begehren, *Manipura* (Solarplexus) für Willenskraft, *Anahata* (Herz) für Verbindung, *Vishuddha* (Kehle) für Ausdruck, *Ajna* (drittes Auge) für Wahrnehmung und *Sahasrara* (Krone) für Bewusstsein. Balancing-Praktiken arbeiten sich von unten nach oben durch diese Zentren, mit Werkzeugen, die durch traditionelle Entsprechungen zugeordnet sind: roter Jaspis oder Granat für *Muladhara*, Karneol für *Svadhisthana*, Citrin für *Manipura*, Rosenquarz für *Anahata* und so weiter. Beim Klangheilen werden die Samensilben (*LAM*, *VAM*, *RAM*, *YAM*, *HAM*, *OM*) verwendet, die jedem Zentrum zugeordnet sind. *Prana* — das indisch-yogische Konzept der Lebensenergie, das sich vom chinesisch-taoistischen Konzept des *Qi* unterscheidet — gilt als das Medium, durch das diese Zentren wirken. Pranayama und bestimmte Asanas sprechen einzelne Chakren direkt an.

Geschichte & Ursprünge

Das Sieben-Chakren-System in seiner heute bekannten Form geht auf den Sanskrit-Tantratext *Sat-Cakra-Nirupana* zurück, den Purnananda 1577 n. Chr. verfasste. Der Text beschreibt Struktur, Lage und symbolische Attribute jedes Chakras im Detail. Für westliche Leser blieb er weitgehend unzugänglich, bis Sir John Woodroffe — unter dem Pseudonym Arthur Avalon — 1919 *The Serpent Power* veröffentlichte, eine Übersetzung von Purnanandas Text zusammen mit dem *Padaka-Pancaka*. Diese Übersetzung brachte das System in westliche Esoterikkreise. Der Theosoph C.W. Leadbeater deutete die Chakren dann durch eine hellseherische Linse in seinem 1927 erschienenen Buch *The Chakras* um — und prägte damit maßgeblich die farbcodierte, psychologisierte Version, die heute am weitesten verbreitet ist. Die moderne New-Age-Systematisierung kam vor allem durch Anodea Judiths *Wheels of Life* (1987) und Caroline Myss' *Anatomy of the Spirit* (1996), die beide die Chakren auf westliche Psychologie und medizinische Konzepte übertrugen.

Praktische Tipps

Anodea Judiths *Wheels of Life* (1987) ist die gründlichste englischsprachige Einführung in das System — ihr Folgeband *Eastern Body, Western Mind* (1996) wendet es auf psychologische Muster an, deutlich praxisnäher. Cyndi Dales *The Subtle Body* (2009) behandelt mehrere Energietraditionen mit solider Quellenarbeit. Für die tägliche Praxis kannst du jedes Chakra während einer Sitzmeditation mit seiner Samensilbe durcharbeiten — zehn langsame Wiederholungen von *LAM* bis *OM*, von unten nach oben. Passende Kristalle, die dabei auf dem Körper platziert werden, sind eine gängige Ergänzung. Wer sich auch für *Qi*-basierte Energiearbeit interessiert: Mantak Chias *Awaken Healing Energy Through the Tao* (1983) beschreibt den taoistischen Mikro-Kosmischen Orbit als verwandtes, aber eigenständiges System.