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Definition

Das zweite Chakra, das unterhalb des Nabels liegt und für Kreativität, Sexualität, Emotionen, Freude und die Fähigkeit steht, das Leben mit Leichtigkeit zu erleben und sich im Fluss zu bewegen.

Ausführliche Erklärung

Der Sanskrit-Name *Svadhisthana* bedeutet so viel wie „eigener Wohnsitz“ — und das beschreibt ganz gut, worum es hier geht: darum, wie wir Lust erleben, Gefühle verarbeiten und Kreativität ausdrücken. Dieses Chakra ist mit Sexualität, Sinnlichkeit und der Fähigkeit verbunden, sich dem Leben anzupassen, statt dagegen anzukämpfen. Wenn es im Gleichgewicht ist, zeigt sich das in einem gesunden Umgang mit Gefühlen, kreativer Inspiration und einer entspannten Haltung zur Intimität. Ist es aus dem Gleichgewicht geraten, kann das als emotionale Taubheit, kreative Blockaden, sexuelle Schwierigkeiten oder Schuldgefühle rund um Genuss spürbar werden — aber auch als Hang zu übermäßigem Luststreben. Das Element Wasser gehört zu diesem Chakra, was seine fließende, anpassungsfähige Qualität widerspiegelt. Bewegung, Tanz, kreative Tätigkeiten und ein ehrlicher Umgang mit den eigenen Gefühlen nähren dieses Zentrum. Die Farbe ist Orange; die zentrale Lektion lautet, Gefühle und Wünsche anzuerkennen, ohne von ihnen gesteuert zu werden.

Geschichte & Ursprünge

Der Begriff stammt aus dem Sanskrit: *svādhiṣṭhāna* setzt sich aus *sva* (Selbst) und *adhiṣṭhāna* (Wohnsitz, Sitz) zusammen — wörtlich also „der eigene Wohnsitz“. Das Chakra-System taucht in frühen tantrischen Texten aus etwa dem 6. bis 10. Jahrhundert n. Chr. auf; zu den meistzitierten Quellen für das klassische Sechs- und Sieben-Chakra-Modell gehören die *Kubjikāmatatantra* und die *Ṣaṭcakranirūpaṇa*, die Pūrṇānanda um 1577 n. Chr. verfasste. In diesen tantrischen Überlieferungen wird das *Svādhiṣṭhāna* durchgehend im Unterbauch verortet und mit Wasser, dem Mond und schöpferischer Kraft in Verbindung gebracht. Im Westen wurde das System vor allem durch Sir John Woodroffes Übersetzung *The Serpent Power* von 1919 bekannt, die das Sanskrit-Vokabular der Chakras einem englischsprachigen Publikum zugänglich machte und damit den Weg in die Yoga- und New-Age-Praxis des 20. Jahrhunderts ebnete.

Praktische Tipps

Als Standardwerk für die zeitgenössische Praxis gelten Anodea Judiths *Wheels of Life* (1987) und *Eastern Body, Western Mind* (1996), die für jedes Chakra konkrete Übungsfolgen beschreiben. Für das Sakralchakra empfiehlt Judith hüftöffnende Yogahaltungen wie Baddha Konasana, Eka Pada Kapotasana und Anjaneyasana mit Hüftrotation, dazu Beckenbodenarbeit, Atemintegration und kreatives Gestalten ohne Ergebnisorientierung. Die klassische Hatha-Yoga-Vorbereitung ist *uddiyana bandha* mit Bauchbewusstsein — genaue Anleitungen finden sich in B.K.S. Iyengars *Light on Yoga* (1966). Sinnvoll ist eine tägliche Praxis von zehn Minuten, begleitet von einem vierwöchigen Tagebuch darüber, welche Übungen sich in dieser Körperregion spürbar verändern — der Nutzen liegt in der regelmäßigen Aufmerksamkeit für diesen Bereich, nicht in einer einzelnen Technik.