Zurück zu Tarot & Wahrsagerei

Definition

Die 56 Karten des Tarot-Decks, aufgeteilt in vier Farben — sie stehen für alltägliche Erfahrungen, praktische Angelegenheiten und die ganz normalen Seiten des Lebens.

Ausführliche Erklärung

Die Minor Arcana besteht aus vier Farben: Stäbe, Kelche, Schwerter und Münzen. Jede Farbe enthält Karten von Ass bis Zehn sowie vier Hofkarten (Bube, Ritter, Königin, König). Jede Farbe ist einem Element und einem Lebensbereich zugeordnet: Stäbe (Feuer / Leidenschaft und Kreativität), Kelche (Wasser / Gefühle und Beziehungen), Schwerter (Luft / Verstand und Konflikte), Münzen (Erde / materielle und körperliche Themen). Die nummerierten Karten zeigen eine Entwicklung innerhalb jeder Farbe. Das Ass steht für reines Potenzial und Neuanfänge, die Zehn für Abschluss und die volle Entfaltung der jeweiligen Energie. Die Hofkarten beschreiben Persönlichkeitstypen, Aspekte der eigenen Person oder Menschen im Umfeld der fragenden Person. Während die Major Arcana Schicksal und spirituelle Lektionen behandelt, geht es bei der Minor Arcana um Entscheidungen, alltägliche Herausforderungen und die praktischen Details des Lebens. Die meisten Tarot-Deutungen enthalten Karten aus beiden Bereichen — so zeigt sich, wie große Themen im Alltag konkret werden.

Geschichte & Ursprünge

Der Begriff „Minor Arcana“ kommt aus dem Lateinischen: *arcana* bedeutet „Geheimnisse“ oder „verborgene Dinge“, und *minor* kennzeichnet diese 56 Karten als den kleineren Teil neben den 22 Major Arcana. Die ältesten bekannten Tarot-Decks tauchten in den 1430er und 1440er Jahren in Norditalien auf — das Visconti-Sforza-Deck gehört zu den ältesten erhaltenen Exemplaren. Diese frühen Decks waren handgemalt, für adlige Auftraggeber bestimmt und wurden hauptsächlich für Kartenspiele genutzt, nicht für Wahrsagerei. Die Vier-Farben-Struktur aus Kelchen, Stäben, Schwertern und Münzen geht wahrscheinlich auf ältere mamlukische Spielkarten zurück, die über Handelsrouten bereits im 14. Jahrhundert nach Europa gelangten. Die Nutzung des Tarots zur Wahrsagerei entwickelte sich erst später und gewann im Frankreich des 18. Jahrhunderts an Bedeutung, als Okkultisten wie Antoine Court de Gébelin die Karten als Träger esoterischen Wissens neu deuteten.

Praktische Tipps

Fang damit an, die vier Farben und ihre Elemente auswendig zu lernen — das gibt dir ein intuitives Gerüst für alle 56 Karten. Schau bei einer Tarot-Deutung, welche Farbe überwiegt: Das zeigt dir, welches Thema gerade im Vordergrund steht. Übe ruhig eine Weile nur mit der Minor Arcana, ohne die großen Arkana dazuzunehmen — so bekommst du ein echtes Gefühl dafür, was diese Karten im Alltag sagen.