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Definition

Einer der acht Jahreszeitenfeste im Wicca und im paganen Rad des Jahres, das Sonnenwenden, Tagundnachtgleichen und die Kreuzvierteltage dazwischen markiert — ein Kreislauf aus Geburt, Wachstum, Ernte und Tod, der sich Jahr für Jahr wiederholt.

Ausführliche Erklärung

Die acht Sabbate teilen das Jahr in ungefähr gleich große Abschnitte auf, die jeweils einen wichtigen Punkt im landwirtschaftlichen und solaren Zyklus markieren. Die großen Sabbate — die Kreuzvierteltage — sind Samhain (31. Oktober), Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai) und Lughnasadh (1. August). Die kleinen Sabbate sind die beiden Sonnenwenden und die beiden Tagundnachtgleichen. Jeder Sabbat hat eigene Themen: Samhain ehrt die Ahnen und den dünner werdenden Schleier zwischen den Welten. Yule feiert die Wiedergeburt der Sonne. Imbolc zeigt das erste Aufkeimen des Frühlings. Ostara steht für Gleichgewicht und Fruchtbarkeit. Beltane feiert die Lebenskraft in ihrer vollen Intensität. Litha ehrt das Licht auf seinem Höhepunkt. Lughnasadh markiert die erste Ernte. Mabon dankt für den Überfluss des Jahres. Wer die Sabbate begeht, verbindet sich mit den natürlichen Rhythmen des Jahres — das gibt der spirituellen Praxis eine Struktur und schärft das Bewusstsein für jahreszeitliche Veränderungen.

Geschichte & Ursprünge

Das Rad des Jahres mit seinen acht Festen ist eine moderne Synthese, keine durchgehende historische Tradition. Die vier Kreuzvierteltage — Samhain (1. November), Imbolc (1. Februar), Beltane (1. Mai), Lughnasadh (1. August) — sind als keltische Jahreszeitenfeste belegt; die mittelalterlichen irischen Texte *Tochmarc Emire* und *Sanas Cormaic* (Glossare aus dem 9.–10. Jahrhundert n. Chr.) beschreiben sie. Die vier Sonnenfeste — Sonnenwenden und Tagundnachtgleichen — wurden von germanischen und anderen europäischen Völkern begangen, aber nicht als Teil desselben liturgischen Kalenders. Das achtteilige System als einheitliches Ganzes wurde in den 1950er Jahren von Gerald Gardners Bricket-Wood-Coven und Ross Nichols' Order of Bards Ovates and Druids (OBOD) zusammengestellt — unabhängig voneinander, aber im gegenseitigen Austausch. Ronald Huttons *The Triumph of the Moon* (1999) ist die maßgebliche wissenschaftliche Geschichte dazu. Samhain, Imbolc, Beltane und Lughnasadh sind dokumentierte keltische Namen; Yule ist altnordisch-germanisch. „Ostara“ prägte Aidan Kelly in den 1970er Jahren nach dem Namen, den Beda Venerabilis einer hypothetischen angelsächsischen Göttin gab (*De Temporum Ratione*, 725 n. Chr.); „Litha“ stammt ebenfalls von Beda; „Mabon“ erfand Aidan Kelly 1973–74 nach einer Figur aus der walisischen Mythologie. Als praktische Standardwerke für zeitgenössische Feiern gelten Pauline und Dan Campanellis *Wheel of the Year* (1989) und Starhawks *The Spiral Dance* (1979).

Praktische Tipps

Fang mit den zwei Festen an, die dir schon halb vertraut sind: Samhain (1. November, das Grundgerüst des modernen Halloweens) und Yule (um den 21. Dezember). Lies Ronald Huttons *The Triumph of the Moon* (1999), bevor du dich auf eine ganzjährige Praxis einlässt — das Buch erklärt ehrlich, dass dieses System eine moderne Konstruktion ist, keine ununterbrochene uralte Überlieferung. Für konkrete Feierformate sind Starhawks *The Spiral Dance* (1979), Pauline und Dan Campanellis *Wheel of the Year* (1989) und Scott Cunninghams *Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner* (1988) die üblichen Anlaufstellen. Die Feiern selbst müssen nicht aufwendig sein: eine Kerze, ein saisonales Essen, ein kurzer Spaziergang draußen am jeweiligen Datum. Was dem Ganzen Gewicht gibt, ist die Wiederholung über mehrere Jahre.