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Definition

Beltane ist ein keltisches Fest, das am 1. Mai gefeiert wird und den Beginn des Sommers markiert. Es gehört zu den acht Sabbaten im Wiccanischen Rad des Jahres und steht traditionell für Feuer, Fruchtbarkeit und die Kraft des späten Frühlings. Der Name leitet sich vom altirischen „Bealtaine“ ab, das wahrscheinlich auf eine protokeltische Wurzel mit der Bedeutung „helles Feuer“ zurückgeht.

Ausführliche Erklärung

Das Herzstück von Beltane ist das Feuer — genauer gesagt das Freudenfeuer, das in der Dämmerung vom 30. April auf den 1. Mai entzündet wird. Traditionell wurden zwei Feuer nebeneinander gebaut, und das Vieh wurde zwischen ihnen hindurchgetrieben, als Reinigungs- und Schutzritus vor Beginn der Sommerweiden. Das andere große Symbol ist der Maibaum: ein hoher Pfahl, um den bunte Bänder gewickelt werden, um den in einem Flechtmuster getanzt wird, das sich zur Basis hin zuzieht — als Sinnbild für die Vereinigung von männlichem und weiblichem Prinzip. Blumenkränze, Weißdornblüten (auch „die Mai“ genannt) und grüne Zweige schmücken Häuser und Altäre. In der Wicca-Praxis steht Beltane für die rituelle Hochzeit des Gehörnten Gottes und der Göttin — manchmal symbolisch durch den Großen Ritus vollzogen, entweder tatsächlich oder in Zeichenform mit Athame und Kelch.

Geschichte & Ursprünge

Der Festname taucht in mittelalterlichen irischen Texten als „Bealtaine“ auf, einem der vier jahreszeitlichen Vierteltage, die in der frühen irischen Literatur neben Samhain, Imbolc und Lughnasadh dokumentiert sind. Der Text *Cath Maige Tuired* aus dem 9. Jahrhundert sowie das *Tochmarc Emire* erwähnen Bealtaine ausdrücklich. Schottisch-gälische Aufzeichnungen beschreiben den Brauch der zwei Feuer und das Hindurchtreiben des Viehs durch die Flammen. Unter christlichem Einfluss wurde das Fest zwar zurückgedrängt, aber nie vollständig ausgelöscht — es überlebte als Maifest-Volksbrauch in Großbritannien und Irland. Gerald Gardner integrierte es Anfang der 1950er Jahre in die moderne Wicca-Tradition. Die Struktur des Rades des Jahres mit acht Sabbaten, die Beltane als Kreuzquartal-Feuerfest gegenüber von Samhain positioniert, wurde durch die Arbeit von Ross Nichols (Gründer des Order of Bards, Ovates and Druids) und Aidan Kelly Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre festgelegt.

Praktische Tipps

Scott Cunninghams *Wicca: A Guide for the Solitary Practitioner* (1988) enthält ein unkompliziertes Solo-Beltane-Ritual, das sich gut zu Hause umsetzen lässt — kein Zirkel nötig. Starhawks *The Spiral Dance* (1979) behandelt die Symbolik des Großen Ritus ausführlich. Wer verstehen will, wie moderne Heiden das Fest rekonstruiert haben, findet in Margot Adlers *Drawing Down the Moon* (1979) die zuverlässigste Quelle dazu. Praktisch gesehen reicht es, am Abend des 30. April eine Kerze anzuzünden, einen Weißdornzweig oder einen anderen weißblühenden Ast zu besorgen und draußen eine kleine Gabe zu hinterlassen — Essen, Blumen oder Wasser. Das ist der Kern davon.