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Definition

Eine strukturierte psychische Praxis, bei der eine Person Eindrücke eines entfernten oder nicht sichtbaren Ziels anhand kontrollierter Protokolle beschreibt — ursprünglich vom US-Militär und amerikanischen Geheimdiensten entwickelt und untersucht.

Ausführliche Erklärung

Remote Viewing unterscheidet sich von allgemeiner Hellsichtigkeit vor allem durch seine methodische Strenge. Die Person, die eine Sitzung durchführt, folgt festgelegten Protokollen, die darauf ausgelegt sind, Einbildung zu minimieren und echte psychische Wahrnehmung zu begünstigen. In einer typischen Sitzung erhält die Person nur eine Zielreferenznummer — keinerlei Information darüber, was das Ziel ist — und notiert alle aufkommenden Eindrücke: Formen, Farben, Texturen, Temperaturen, Gefühle, Geräusche. Die Ergebnisse werden anschließend mit dem tatsächlichen Ziel abgeglichen. Erfahrene Remote Viewer liefern dabei regelmäßig Beschreibungen, die das Ziel mit einer Trefferquote deutlich über dem Zufallsniveau treffen. Die Eindrücke sind oft fragmentarisch und brauchen eine sorgfältige Auswertung, aber in vielen dokumentierten Fällen ist die Übereinstimmung auffällig. Coordinate Remote Viewing (CRV), entwickelt von Ingo Swann, gliedert die Sitzung in Phasen, die schrittweise immer detailliertere Informationen erfassen und dabei das sogenannte Analytical Overlay kontrollieren — die Tendenz des Bewusstseins, Eindrücke zu interpretieren und zu ergänzen. Jede Phase baut auf der vorherigen auf, von ersten Gesamteindrücken bis hin zu detaillierten Skizzen und räumlichen Daten.

Geschichte & Ursprünge

Das Stargate-Projekt der US-Regierung, durchgeführt am Stanford Research Institute (SRI) und in Fort Meade zwischen 1972 und 1995, ist die wichtigste dokumentierte institutionelle Studie zu Remote Viewing. Russell Targ und Hal Puthoff leiteten die Arbeit am SRI; ihr Buch *Mind-Reach* (1977) sowie ein Artikel von 1976 in den *Proceedings of the IEEE* legten die grundlegenden Protokolle und die damals festgestellten überzufälligen Ergebnisse vor. Der Künstler und Parapsychologe Ingo Swann entwickelte das CRV-Protokoll Mitte der 1970er Jahre gemeinsam mit dem SRI-Team. Die Freigabe der Akten 1995 begleitete eine externe Bewertung: Jessica Utts (Statistikerin, UC Davis) hielt die SRI-Ergebnisse für statistisch signifikant; Ray Hyman (Psychologe, University of Oregon) akzeptierte die statistische Anomalie, bestritt aber jede Psi-Erklärung und zweifelte am operativen Nutzen. Die CIA stellte das Programm daraufhin ein. Joe McMoneagles *Mind Trek* (1993) gilt als der meistzitierte Insiderbericht; Targs *The Reality of ESP* (2012) ist die ausführliche retrospektive Zusammenfassung. Mehrere Stargate-Veteranen — darunter McMoneagle, Lyn Buchanan und Paul H. Smith — unterrichten heute zivile Remote-Viewing-Kurse.

Praktische Tipps

Wer Remote Viewing ernsthaft lernen will, kommt an einem strukturierten CRV-Kurs bei einem Ausbilder aus der Stargate-Linie kaum vorbei — Paul H. Smiths Remote Viewing Instructional Services, Lyn Buchanans Controlled Remote Viewing oder Joe McMoneagles Materialien sind gute Ausgangspunkte. Die Methode ist stark protokollabhängig und lässt sich aus einem Buch allein nur schwer erlernen. Für die Eigenpraxis: Lass jemanden versiegelte Umschläge mit verschiedenen Bildern vorbereiten, schreib deine Eindrücke auf, bevor du den Umschlag öffnest, und werte dann aus. Das klassische Problem ist das Analytical Overlay — der Verstand, der versucht, das Ziel zu erraten — und genau dafür ist die Phasenstruktur des CRV gedacht. Dokumentiere deine Trefferquote über Hunderte von Versuchen, nicht nur Dutzende; die nachgewiesenen Effekte sind klein und brauchen eine ausreichende Stichprobengröße, um sichtbar zu werden.