Südknoten
AstrologieDefinition
Der South Node ist einer der beiden Mondknoten im Geburtshoroskop — ein mathematischer Punkt, an dem die Mondbahn die Ekliptik auf ihrem südwärts gerichteten Weg kreuzt. Er markiert den Grad des Tierkreises, von dem sich der Mond zum Zeitpunkt der Geburt entfernte. In der Geburtshoroskop-Deutung steht er für eingeschliffene Muster, alte Konditionierungen und die Verhaltensweisen, auf die man unter Druck automatisch zurückfällt.
Ausführliche Erklärung
Astrologen betrachten den South Node nach Sternzeichen, Haus und etwaigen Planeten, die in Konjunktion zu ihm stehen. Das Sternzeichen zeigt den Stil dieser eingefahrenen Muster — South Node im Skorpion deutet zum Beispiel auf jemanden hin, der unter Stress zu Kontrolle, Geheimnistuerei oder einer Art Krisenintensität neigt. Das Haus zeigt, in welchem Lebensbereich diese Muster am deutlichsten sichtbar werden. Die traditionelle hellenistische Astrologie behandelte den South Node — damals Descending Node oder Tail of the Dragon genannt — als malefisch: als etwas, das entzieht, auflöst oder schwächt, was auch immer er berührt. Die moderne psychologische Astrologie, vor allem durch die Arbeit von Steven Forrest und Liz Greene, hat das umgedeutet: nicht als Ort, den man aufgeben soll, sondern als einen, auf den man sich nicht mehr so stark stützen muss. Der North Node liegt ihm exakt gegenüber und zeigt die Wachstumsrichtung. Die beiden Knoten bilden immer eine gemeinsame Achse — den einen ohne den anderen zu lesen ergibt wenig Sinn.
Geschichte & Ursprünge
Die Mondknoten werden in der hellenistischen Astrologie mindestens seit dem 2. Jahrhundert n. Chr. beobachtet. Ptolemäus erwähnt sie im *Tetrabiblos* und behandelt den Descending Node als Punkt des Verlusts und der Schwächung. Arabische Astrologen — darunter Al-Biruni im 11. Jahrhundert — nannten sie Kopf und Schwanz des Drachen (*Caput* und *Cauda Draconis* auf Lateinisch). Der lateinische Name *Cauda Draconis* für den South Node blieb bis in die Renaissanceastrologie gebräuchlich. Die moderne psychologische Umdeutung — South Node als Karma aus früheren Leben oder als Seelenerinnerung — entstand größtenteils im 20. Jahrhundert: Dane Rudhyar legte in den 1930er Jahren die Grundlagen, Steven Forrest systematisierte die evolutionäre Astrologie-Interpretation dann 1988 in seinem Buch *The Inner Sky*.
Praktische Tipps
Ruf dein Horoskop auf Astro.com auf (kostenlos) und such nach dem South-Node-Symbol — es sieht aus wie ein nach unten zeigendes Hufeisen. Schau, in welchem Sternzeichen und Haus er liegt. Steven Forrests *Yesterday's Sky* ist das gründlichste Buch speziell zur Knotenachse und erklärt konkret, was die jeweilige South-Node-Position bedeutet. Demetra Georges *Astrology and the Authentic Self* behandelt die Knoten ebenfalls, mit solidem traditionellem Hintergrund. Wer es etwas zugänglicher mag: Chani Nicholas' *You Were Born for This* führt gut durch das Thema, ohne die technischen Details zu opfern. Am besten fängst du mit der Beschreibung des South-Node-Sternzeichens an, dann das Haus, und dann schaust du, ob Planeten innerhalb von acht Grad zu ihm stehen.
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