Drakonisches Horoskop
AstrologieDefinition
Ein Draconic Chart ist ein sekundäres Geburtshoroskop, das berechnet wird, indem der Mondknoten (Nordknoten) auf 0° Widder gesetzt und jede andere Planetenposition um denselben Grad verschoben wird. Das Ergebnis ist ein Horoskop, das manche Astrologen als Karte der seelischen Grundausrichtung lesen — das, was jemand in dieses Leben mitbringt, bevor äußere Umstände ihn formen.
Ausführliche Erklärung
Um einen Draconic Chart zu erstellen, nimmt man die ekliptikale Länge des natalen Nordknotens und zieht diesen Wert von jeder Planeten- und Achsenposition im Geburtshoroskop ab. Steht dein nataler Nordknoten zum Beispiel bei 14° Skorpion, entspricht das ungefähr 224° von 0° Widder — also werden 224° von jeder Stellung abgezogen. Sonne, Mond, Aszendent und alle Planeten verschieben sich entsprechend. Astrologen, die mit dieser Technik arbeiten — vor allem in der modernen psychologischen und evolutionären Astrologie — vergleichen den Draconic Chart mit dem Geburtshoroskop ähnlich wie man einen Bauplan mit dem fertigen Gebäude vergleicht. Übereinstimmende Positionen zwischen beiden Horoskopen gelten als besonders bedeutsam: Eine Draconic-Venus im Konjunktion mit der natalen Venus deutet zum Beispiel darauf hin, dass Beziehungsmuster tief verwurzelt sind und nicht erst durch das Umfeld geprägt wurden. Es handelt sich nicht um eine vedische oder hellenistische Technik — sie gehört eindeutig zur westlichen Astrologie des 20. Jahrhunderts.
Geschichte & Ursprünge
Der Begriff „Draconic“ stammt vom lateinischen *draco* (Drache), das mittelalterliche Astronomen für die Mondknoten verwendeten — *Caput Draconis* (Drachenkopf) für den Nordknoten und *Cauda Draconis* (Drachenschwanz) für den Südknoten. Die Knoten trugen diesen Namen, weil Sonnenfinsternisse, die nur in der Nähe eines Mondknotens entstehen, einst als Drache gedeutet wurden, der Sonne oder Mond verschluckt. Als eigenständiges Analysekonzept wurde der Draconic Chart im 20. Jahrhundert entwickelt und verbreitet, maßgeblich durch die britische Astrologin Pamela Crane, die die Technik in den 1980er-Jahren über die Astrological Association of Great Britain veröffentlichte. In den 1990er- und 2000er-Jahren gewann er mit dem wachsenden Interesse an evolutionärer Astrologie und karmischer Horoskop-Deutung zunehmend an Bekanntheit.
Praktische Tipps
Deinen Draconic Chart kannst du kostenlos auf Astro.com erstellen — unter „Erweiterte Horoskop-Auswahl“ findest du im Dropdown-Menü für den Horoskop-Typ die Option „Draconic chart“. Am besten druckst du Geburtshoroskop und Draconic Chart nebeneinander aus und schaust, wo sich Positionen aus beiden Horoskopen exakt oder fast exakt decken (innerhalb von 2–3 Grad). Diese Überschneidungen sind der sinnvollste Ausgangspunkt. Pamela Cranes Originaltexte kursierten in den Zeitschriften der Astrological Association of Great Britain — lohnt sich, wenn du an die Quelle willst. Für eine zeitgemäßere Perspektive haben Jodie Forrest und Steven Forrest in ihren Schriften zur evolutionären Astrologie seelenbezogene Horoskop-Arbeit behandelt, die sich gut mit der Draconic-Deutung verbinden lässt.
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